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Der Hund im Jahr 2050

Der Hund im Jahr 2050 - Auf Blumen gebettet?

Der Hund im Jahr 2050 - Auf Blumen gebettet?


7.    Zwinger- und Anbindehaltung von Hunden ist uneingeschränkt gesetzlich verboten. Selbst der Begriff „Zwingerhaltung“ ist aus dem deutschen Wortschatz verschwunden.

8.    Der Unsinn von „Listenhunden“ wird erkannt. Herrchen und Frauchen stehen in der Pflicht, ihre Hunde mit Konsequenz, Liebe und Gewissenhaftigkeit zu erziehen.

9.    In Fragen der Hundezucht verlässt man sich nicht allein auf Selbstverpflichtungen, sondern greift zunehmend gesetzlich ein. Der Überzüchtung von Rassehunden wird wirksam entgegengelenkt. Chronische Krankheitsbilder an bestimmten Rassen werden Schritt für Schritt überwunden. Modehunde sind out. Es lebe die Vielfalt.

10.  In Forschung und Entwicklung, egal ob für wissenschaftliche  Zwecke oder Anwendungen der Pharmaindustrie, sind Laborversuche an Hunden gesetzlich verboten. Die Zunahme der artgerechten Verhaltensforschung hingegen wird allgemein begrüßt, da sie uns hilft, unsere Hunde noch besser zu verstehen.

11.  Dank verstärkter Aufmerksamkeit, hoher Strafen und selbstverständlich der zunehmenden Akzeptanz, die Menschen Hunden entgegenbringen, gehören Giftköder weitgehend der Vergangenheit an.

 

DIE ZUKUNFT: TIERSCHUTZ

12.    Wir werden immer noch Tierheime benötigen. Kommunen und ihre Einwohner integrieren diese erfolgreich in die Gemeinschaft. Vielen Gassigeher kümmern sich liebevoll um die Hunde. Dank der großzügigen Geld- und Sachspenden können Tierheime ihre Zöglinge gut pflegen und immer wieder erfolgreich vermitteln.

13.    Der mitteleuropäische Tierschutzgedanke hat sich auch im süd- und osteuropäischen Umfeld durchgesetzt. Straßenhunde werden nicht mehr getötet, werden toleriert, versorgt und finden auch in ihrem Land wieder ein gutes Zuhause.

14.    Illegaler Welpenhandel ist fast kein Thema mehr. Die zahlreichen Aufklärungskampagnen haben gefruchtet und mit dem Handel ist kein Geld mehr zu verdienen.

 

DIE ZUKUNFT: WIE SICH DIE GESCHÄFTSWELT UM DEN HUND BEMÜHT

15.    Die Gesamtzahl der Hunde in Deutschland wird trotz steigender Akzeptanz weitgehend stabil bleiben. Dies liegt u.a. daran, dass die Urbanisierung und die steigende Zahl an Single-Haushalten, die Hund und Beruf leider nicht miteinander vereinbaren können, das artgerechte Halten von Hunden erschweren. Allerdings werden die Umsätze rund um den Hund steigen, da wir bewusster einkaufen. Menschen wenden sich hochwertigen, nachhaltig produzierten, biologisch wertvollen und damit auch kostspieligeren Produkten zu. Viele Halter drücken sich selbst in den gewählten Hundeaccessoires aus und legen Wert auf ein großes Maß an Individualisierung oder auch Exklusivität. Darüber hinaus werden unsere Hunde immer älter und dürfen in Würde altern. Damit gehen Dienstleistungen von Tierärzten, Kliniken und Bestattungsunternehmen einher.

16.    In Restaurants steht der Hundenapf mit Wasser vor der Hundenase bevor der Mensch seine Bestellung aufgeben konnte.

17.    „Reisen mit Hund“ ist ein Standardkapitel in jedem Reiseführer.

18.    Es gibt mehr preislich erschwingliche, hundefreundliche Transportmöglichkeiten auf Reisen. Auch mittelgroße und große Hunde dürfen im Flieger in der Kabine mitreisen.

19.    Tiertrainer werden keine ideologischen Grabenkämpfe mehr führen und damit auch die Hundehalter verunsichern. Die Persönlichkeit des Hundes wird an erster Stelle stehen. Nur, wer sich auf den Hund einlässt, wird ihn richtig erziehen können.

20.    In Zeiten des Fachkräftemangels werden sich Unternehmen auch durch die Akzeptanz von Hunden am Arbeitsplatz im „War for Talents“ behaupten.

 

WAS AUCH IMMER DIE ZUKUNFT BRINGT …

Die Beziehung zwischen Mensch und Hund wird weiter an Bedeutung gewinnen und sich intensivieren. Der Hund ist eben nicht „nur ein Hund“. Wichtig ist, dass wir unsere Hunde dabei nicht vermenschlichen und zu viel von ihnen erwarten. Artgerechte Haltung, Hunde so zu akzeptieren wie sie nun mal sind und den Hund einfach mal Hund sein zu lassen, müssen bei dieser Entwicklung der erhobene Zeigefinger sein.

Erschienen als Gastbeitrag auf ISSN' RÜDE! 

 

DER HUND IN DEUTSCHLAND IM JAHR 2050 – EIN (OPTIMISTISCHER) AUSBLICK IN 20 AUSSAGEN

 

BESTANDSAUFNAHME
Der Hund hat eine steile Karriere hinter sich: Vom wilden Wolf zum wolfsähnlichen Begleiter, zum Arbeitshund, zum Spezialisten für besondere Aufgaben und zum Sozialpartner. Selbst aufs Sofa und ins Bett hat er es geschafft.

Angaben zur Zahl der in Deutschland lebenden Hunde schwanken zwischen 5,5 und 7,5 Millionen Hunde. Von der Hundeversicherung, über den Tierarzt bis zu Hundeaccessoires schätzen verschiedene Einrichtungen den direkten und indirekten Gesamtumsatz rund um den Hund in Deutschland auf über 5 Milliarden Euro. Die Einnahmen aus der Hundesteuer liegen in Deutschland bei fast 300 Millionen Euro.

Neben den nackten Zahlen bestimmt eine immer größere Vielfalt an Hunden unser Straßenbild. Unterschiedliche Rasse, Mischlinge, Talente, Hundebedarf und Hundeaccessoires machen das Leben bunt. Dabei geben wir unseren Hunden zunehmend Menschennamen. Hunde mit besonderen Fähigkeiten, die z.B. als Begleithund agieren, körperliche Behinderungen des Menschen ausgleichen oder gar im Gesundheitswesen Tumore erschnüffeln und Menschen aus Lawinen retten, gibt es immer mehr. Diese sind nach wie vor eine besondere Meldung wert. Bereits 2002 wurde der Tierschutz als Staatsziel in den Artikel 20a des Grundgesetztes aufgenommen. Alles gut für die Hunde? Leider nein. Hunde können auch polarisieren: Mit „Kot & Köter“ gibt es seit 2014 das erste Hundehasser-Magazin in Deutschland. Kommunen greifen manchmal zu schikanösen Maßnahmen gegen Hunde. Privatpersonen legen gar Giftköder aus.

Soweit zur Gegenwart, wie wird aber die Zukunft des Hundes in Deutschland im Jahr 2050 aussehen? Extrapoliert man die gegenwärtigen Trends, tauscht man sich mit Hundemenschen aus und schaut man gerne mit optimistischem Blick in die Zukunft, dann könnte sich folgende Entwicklung bewahrheiten.

 

DIE ZUKUNFT: DIE ROLLE DER HUNDE IN UNSERER GESELLSCHAFT

1.    Deutschland ist zunehmend von Überalterung, Vereinsamung und Aufweichen der traditionellen Familienstrukturen geprägt. Dabei versuchen Menschen, soziale Lücken teilweise durch Hunde zu schließen. Hunde können Nähe bieten, sorgen für Kuscheleinheiten und Wärme. Sie sind eine gute Hilfe, um in sozialen Kontakt zu kommen (Flirtfaktor Hund!) sowie Zivilisations- und Alterskrankheiten, wie Bewegungsarmut, Übergewicht und Diabetes besser in den Griff zu bekommen. Hunde stiften Sinn und geben dem Tag eine Struktur.

2.    Hund sind willkommene Gäste in diversen öffentlichen sowie privaten Einrichtungen und Organisationen. Sie motivieren Kinder in der Schule und helfen ihnen, mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln. Sie bereiten alten Menschen in Seniorenheimen Freude, sorgen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen für Trost, Hoffnung und Ablenkung. Sogar in Erziehungseinrichtungen und Gefängnissen geben Hunde dem Leben der Betroffenen einen weiteren Sinn und ermöglichen es, diese für Geduld und Verantwortungsgefühl zu sensibilisieren.

3.    Selbst der größte Hundehasser erkennt, dass eine Hund – egal ob ein Begleithund, Assistenzhund, Therapiehund, Blindenhund, Suchhund, Spürhund, Schmusehund, Spaßhund etc. – aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken ist.

4.    In der Familie gehört der Hund ganz selbstverständlich zum sozialen Umfeld eines heranwachsenden Kindes. Damit wird auch die körperliche, geistige und emotionale Entwicklung des Kindes positiv beeinflusst. Für viele Menschen ist der Hund ein wichtiger Freund, wenn die Kinder oder der Lebenspartner nicht mehr im Haus leben.

 

DIE ZUKUNFT: RECHT UND GESETZ

5.    Kommunen nehmen nicht nur, sondern sie geben auch. Sollte es die Hundesteuer überhaupt noch geben, dann sorgen die Kommunen für ausreichend und uneingeschränkte Hundeauslaufflächen. Denn die meisten Kommunen haben erkannt, dass der artgerechte Freilauf für das harmonische Zusammenleben mit Hunden eine Notwendigkeit ist.

6.    EU-weite Harmonisierung der Gesetzgebung rund um den Hund. Nicht nur in Deutschland herrscht über sämtliche Kommunen und Länder hinweg die gleiche Rechtssicherheit für Hundehalter. Auch auf EU-Reisen kann sich jeder Hundehalter auf einheitliche Regelungen verlassen.