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Halsband vs. Geschirr

Halsband oder Hunde-Geschirr

Halsband oder Hunde-Geschirr

DAS HUNDEHALSBAND
Das Hundehalsband ist das gebräuchliste Mittel, die Hundeleine schnell und zuverlässig am Hund zu befestigen und diesen dann verlässlich an der Leine zu führen. Es gibt es in zahlreichen Designs, Materialien und allen Preisklassen. Es wird so locker am Hals angelegt, dass zwischen Hals und Halsband 2-3 fingerbreit Luft bleibt. Der Hund trägt es meist auch im Haus und ist auf diese Art immer leicht zu fassen. Umso weicher und breiter es ist, desto weniger Schmerzen wird es verursachen, wenn Ihr Hund hin und wieder unkontrolliert an der Leine zerrt.

Zu den Nachteilen zählen, dass der Hals des Hundes durchaus empfindlich ist. Hier befinden sich Kehlkopf und Luftröhre. Starkes, regelmäßiges Zerren am Halsband kann daher zu chronischem Röcheln, Husten und Kehlkopfentzündungen führen. Halsbänder, bei denen die Schnalle nah am Befestigungsring für die Leine liegt (siehe Halsband am Kulturbeutel für Hunde), vermeiden zumindest, dass diese unnötig den Kehlkopf belastet. Zwar ist der Nacken eines Hundes sehr stark, dennoch sind auch Rücken- und Halswirbelerkrankungen denkbar. Selbst Bandscheibenvorfälle oder Erkrankungen des Bewegungsapparats werden manchmal auf das Zerren am Halsband zurückgeführt.
 

DAS HUNDEGESCHIRR
Das Hundegeschirr wird dem Hunde vor die Brust und um den Rücken gespannt. Das Geschirr sitzt stramm, schnürt aber nicht ein. Die Bauchgurte müssen rund 4cm hinter den Achseln liegen. Vorne überkreuzen sich die Brustgurte unterhalb des Brustbeins. Das Geschirr darf nicht so locker sitzen, dass der Hund sich hinauswinden kann. Auch Geschirre gibt es aus verschiedenen Materialien und in unterschiedlichen Designs. Das Material muss anpassungsfähig und weich sein. Zerrt der Hund an der Leine wird kein Druck auf den Hals ausgeübt. In diesem Bereich hat der Hund also volle Bewegungsfreiheit und das Verletzungsrisiko am Hals ist geringer. Auch kann man einen Hund am Geschirr leicht führen, kann ihn schnell greifen und für ältere Hunde gibt es Geschirre mit einer Vorrichtung, mit der der Mensch dem Hund beim z.B. Treppensteigen behilflich sein kann. Das Geschirr wird im Haus abgenommen.

Zu den Nachteilen zählen, dass ein Hundegeschirr nicht so einfach zu handhaben ist, wie ein Halsband. Das Einstellen und Anlegen ist komplexer, im Haus muss das Geschirr eventuell gegen ein Halsband getauscht werden, wenn man den Hund schnell und sicher festhalten können möchte. Auch beim Spielen ziehen viele Menschen ihren Hunden das Geschirr aus, damit sie sich und ihre Artgenossen nicht verletzen. Dazu kommt das persönliche Empfinden von Hund und Mensch, dass der Hund das Geschirr nicht mag, vielleicht sogar davor Angst hat und sich nicht so frei bewegen kann. Zieht der Hund dauerhaft am Geschirr kann auch dies zu Haltungsschäden führen. Dies ist besonders bei jungen Hunden, bei denen die Wirbelsäule noch nicht so kräftig ist, ein Problem. Außerdem ist zu beachten, dass der Hund mehr Kraft und Gewicht in das Geschirr legen kann und er – wenn er plötzlich zerrt – schwieriger zu halten ist. Ein Geschirr ist in der Regel teurer als ein Halsband von vergleichbarem Material bzw. vergleichbarer Qualität.


Viel wird über die Frage „Halsband oder Geschirr“ geredet, geschrieben, gebloggt, … . Dabei wird die Diskussion oft emotional aufgeladen, da letztlich jeder nur das Beste für seinen Hunde will: Tragekomfort, Bewegungsfreiheit, Gesundheit. In diesem Kurzartikel wird ein Überblick über Argumente für und gegen das Halsband / Geschirr gegeben. Was letztlich für Ihren Liebling das Beste ist können nur Sie entscheiden.
 

EINES VORWEG
Egal ob Geschirr oder Halsband. In beiden Fällen sollte man das unkontrollierte Zerren vermeiden. Genau wie der Hund brav an der Leine gehen soll und nicht zerren darf, sollte auch der Mensch nicht an der Leine rucken oder am Halsband ziehen. Dabei geht es nicht nur um die Gesundheit, sondern auch um das Sozialverhalten des Hundes. Der Mensch verändert die Körpersprache des Hundes, wenn er an der Leine reißt. Das können andere Hunde missverstehen. Zerrt man immer in der gleichen Situation an der Leine (z.B. wenn er zu einem Menschen gehen möchte), dann kann der Hund mit dieser Situation (also dem Menschen) ein Negativgefühl assoziieren.