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Mit Hunden reisen

Mit Hunden reisen

Mit Hunden reisen

DIE UNTERKUNFT / VOR ORT

Ob Ferienhaus, - wohnung, Hotel oder Campen, inzwischen sind Hunde in vielen Unterkünften willkommen. Bei allen Unterkunftsarten müssen Sie sich vor der Buchung erkundigen, ob und unter welchen Bedingungen Ihr Hund willkommen ist. Dabei können auch Größe, Rasse, Saisonzeit etc. eine Rolle spielen.

Selten ist der Aufenthalt für den Hund kostenlos. In guten Hotels wird schon mal bis zu 25 Euro pro Nacht verlangt. In Ferienhäusern oder –wohnungen sind die Preise moderater. Enttäuschend ist nach wie vor, dass die meisten Häuser dafür keinen weiteren Service als die übliche Reinigung anbieten. Selten findet man ein Leckerli, einen Trinknapf oder eine Hundedecke auf dem Zimmer.

Insbesondere bei Hotelbuchungen sollten Sie sich vorab erkundigen, ob Ihr Hund auch mit in den Frühstücksraum und in das Restaurant darf. Die Frage nach dem Bodenbelag im Zimmer macht Sinn, da ein dreckiger Teppich im Hundezimmer des Hotels auch Hundebesitzern keine Freude bereiten wird. Auch hört man nach wie vor von Hotels, die Gäste mit Hund gerne mal in ein Zimmer mit billigem Kunststoffboden schicken. Insbesondere neuere Hotels verfügen oft über (nach innen und außen) schallisolierte Zimmer. Wenn Ihr Hund mit den unvertrauten Geräuschen aus Nebenzimmern und auf dem Flur Schwierigkeiten hat, dann hilft die Schallisolierung ein wenig.

Ein Ferienhaus / Wohnung ist sicher die hundefreundlichere Alternative zum Hotel. Hier gibt es genug Platz und manchmal sogar einen eingezäunten Garten.

Auch beim Campen sollten Sie sich erkundigen, zu welchen Orten auf dem Campingplatz Ihr Hund keinen Zutritt hat. Bei der Auswahl des Stellplatzes auf dem Campingplatz sollten Sie die Nachbarn freundliche nach eventuellen Problemen mit Hunden fragen. Das sorgt für einen entspannten Aufenthalt.

Unabhängig von der Unterkunftsart sollten Sie gerade im Ausland unnötigen Kontakt mit einheimischen und insbesondere mit streunenden Hunden vermeiden. Diese sind nicht so gut gepflegt und tierärztlich versorgt wie Ihr Hund. Es können also Krankheiten übertragen werden.

Sind Sie mit Ihrem Hund am Meer? Sollte er im Meer baden, dann duschen Sie ihn abends mit Süßwasser ab, damit das Fell nicht verklebt. Sie sind in den Bergen? Gerade im felsigen Bereich in den Hochlagen bieten sich trittfeste Hundeschuhe an, um Pfotenverletzungen vorzubeugen. An diese sollte Ihr Hund aber bereits vor der ersten Tour gewöhnt sein.

 

PACKEN

Planen Sie das Gepäck für Ihren Hund genau so sorgfältig wie den eigenen Koffer. Halten Sie seinen Kulturbeutel mit wichtigen Pflege- und Medizinprodukten am besten immer griffbereit gepackt. Die folgende Checkliste ist eine Entscheidungshilfe, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Entscheiden Sie, was für Ihren Hund wichtig ist!

 

Aus rechtlicher Sicht:
-      Bei Reisen innerhalb der EU: EU-Heimtierpass
-      Impfpass / Grenzpapiere / Einreisebestimmungen
-      Versicherungsnummer/ Anschrift der Haftpflicht-Versicherung
-      Transportkorb / Hundetransportbox
-      Maulkorb
-      
Kotbeutel

 

Aus medizinischer Sicht:
-      Mittel gegen Reisekrankheit / Beruhigungsmittel
-      Mittel gegen Durchfall (z.B. Kohletabletten)
-      Wundspray/ Desinfektionsmittel (z.B. Jod)
-      Augen- und Ohrentropfen
-      Schutz gegen Ungeziefer (Zecken, Milben, Flöhe, …)
-      Sonnenschutz ohne Duftstoffe (besonders für hell pigmentiete Hunde)
-      Zeckenzange
-      SOS-Beutel mit Kompressen, Verbandsmaterial etc.

 

Zur Pflege:
-      Pfotenpflege
-      Bürste
-      Shampoo
-      Hunde-Handtücher

 

Täglicher Bedarf und Ernährung

-      Hundemarke mit Handynummer und internationaler Vorwahl
-      Futter (vorab abwiegen und in Tagesrationen einpacken)
-      Leckerlis und 
Leckerli-Beutel
-      Reisenäpfe
-      Wasserflasche für unterwegs
-      Spielzeug
-      Leine
-      Halsband/Geschirr
-      Reisedecke oder –kissen

 

GUTE REISE!

Gemeinsame Ferien mit dem Hund sind ein großartiges Erlebnis, dass auch für den Menschen den Blickwinkel auf die Auswahl des Urlaubsortes sowie die Reisevorbereitungen verändert. Wer sich entschließt, seinen Hund mit auf Reisen zu nehmen und damit nicht zu Verwandten, Freunden oder in der Hundepension zu bringen, der findet in diesem Fachartikel einen Überblick über die wichtigsten Aspekte, die es bei Reisen mit dem Hund zu beachten gilt. Der Artikel gibt einen ersten Überblick, geht nicht auf Aspekte der Hundehaltung ein, die auch am Heimatsort gelten (in der Sonne, im Schnee, im Falle von verunreinigtem / nicht keimfreiem Wasser etc.) und ersetzt nicht die Informationsbeschaffung bei Tierarzt, Botschaft, Reiseanbietern und Ferienunterkünften.

 

DIE VORBEREITUNG

Berücksichtigen Sie schon bei der Wahl der Urlaubsortes die Bedürfnisse Ihres Hundes: Handelt es sich um einen hundefreundlichen Ort? Verträgt Ihr Hund das Klima? Gibt es genug Auslaufmöglichkeiten für Hunde vor Ort? Wie sieht es mit Leinen- oder gar Maulkorbpflicht aus?

Darüber hinaus kümmern Sie sich um rechtliche Fragen. Über  Einreisebestimmungen des Ziellandes sowie die Länder, die Sie eventuell durchqueren, kann die jeweilige Botschaft informieren. Hierbei dreht es sich meist um Fragen des Impfschutzes, der Kennzeichnung des Hundes und sogenannter Listenhunde. Achten Sie bitte darauf, dass auch innerhalb Deutschlands unterschiedliche Hundeverordnungen existieren. Denken Sie schon an die Rückreise. Denn auch bei der Wiedereinreise nach Deutschland gelten Einreisebestimmungen, die abhängig sind von dem Land, aus dem Sie wieder einreisen.

Für EU-Mitgliedsstaaten gilt, dass Hunde, die ab dem 4.7.2011 neu zu kennzeichnen sind, gechipt sein müssen. Wurden Hunde vor diesem Tag gekennzeichnet, dann muss auch eine gut lesbare Tätowierung akzeptiert werden. Leider sind aber auch Fälle bekannt, in denen die Tätowierung bereits nicht mehr akzeptiert wurde. Auf der sicheren Seite sind Sie also mit Micro-Chip. Darüber hinaus müssen Sie einen EU-Heimtierausweis mitführen, den Ihnen Ihr Tierarzt ausstellt. Aus dem Ausweis muss hervorgehen, dass im Einklang mit den Empfehlungen des Impfstoffherstellers eine gültige Tollwutimpfung Ihres Hundes vorgenommen wurde. Spezielle Regeln bestehen im Falle der Erstimpfung und für Welpen unter 3 Monaten. Darüber hinaus haben einige Länder nationale Sonderregeln. Tierarzt und Botschaft können zu diesen Spezialfragen konsultiert werden.
Außerdem empfiehlt es sich, einen Beleg für die Haftplichtversicherung mitzunehmen.

Um Ihren Urlaub direkt nach Anreise entspannt starten zu können, empfiehlt es sich, bereits zu hause Adressen und Telefonnummern von Tierarzt, Tierheim und Hundebetreuung auf dem Handy zu speichern. Für den Fall, dass sich Ihr Hund am Urlaubsort verläuft, vergessen Sie auf keinen Fall die Identitätsmarke / Hundemarke an seinem Halsband. Wenn Sie im Ausland reisen sollte die Telefonnummer auf der Marke mit dem Ländercode (+49 für Deutschland) beginnen.

 

DAS VERKEHRSMITTEL

Ist Ihr Hund das Autofahren gewöhnt, dann ist dies eine entspannte Weise mit dem Hund zu reisen. Der Hund sollte bei Fahrten im Auto gut gesichert sein. In Deutschland wird die Nichtbeachtung mit Bußgeld belegt. Denken Sie daran, spätestens alle drei Stunden eine kurze Pause mit Spaziergang einzulegen. Einige Raststätten in Deutschland haben sogar ausgewiesene Hundefreiläufe. Der Hund sollte stets genügend Wasser zur Verfügung haben. Empfindlichen Hunden geben Sie besser kurz vor oder während der Autofahrt kein Fressen, sondern erst am Ankunftsort bzw. bei mehrtägigen Fahrten an den Übernachtungsorten. Verträgt Ihr Hund das Autofahren nicht so gut, dann kann ein Naturheilmittel zur Beruhigung helfen. Lassen Sie den Hund bei Sonne bzw. Hitze auf keinen Fall alleine im Auto. Vermeiden Sie grundsätzlich Fahrten in großer Hitze und beobachten Sie den Hund genau, wenn es im Auto heiß wird. Nervöse Unruhe oder Taumeln können Hinweise auf Kreislaufschwäche sein. Vermeiden Sie auch Zug für Ihren Hund. So beugen Sie z.B. Augenentzündungen vor.
Geht es zwischendurch auch auf eine Fähre? Erkundigen Sie sich bei der Fährgesellschaft über Mitnahmemöglichkeiten, Bedingungen und Kosten. In der Regel dürfen Hunde mitgenommen werden. Geht es in die Berge? Ganz genau wie beim Menschen hilft das Kauen dem Hund, eventuellen Ohrendruck abzubauen.

Auch bei Reisen mit der Bahn müssen Sie sich bei der jeweiligen Bahngesellschaft über Reisebedingungen informieren. In der Regel muss der Hund einen Maulkorb tragen (Ausnahme: Begleithunde schwerbehinderter Menschen, Blindenführhunde). Außerdem gilt die Leinenpflicht. Der Hund benötigt einen meist preisreduzierten Fahrschein, wobei eine Sitzplatzreservierung in der Regel nicht möglich ist. Einige Sondertickets in Verkehrsverbünden enthalten die kostenlose Mitnahmemöglichkeit eines Hundes. Fragen Sie nach. Ist der Hund klein genug, um in einer Reisebox transportiert zu werden, dann geht er meist kostenlos als „Handgepäck“ durch. Bei Fahrten von mehr als 3 Stunden sollten Sie auf eine längere Standzeit des Zuges achten bzw. den Zug wechseln, damit sich der Hund lösen kann. Oder Sie buchen eine Nachtfahrt im Schlafwagen, damit Ihr Hund die Bahnfahrt gemeinsam mit Ihnen verschläft. Statten Sie sich und den Hund mit Snack, Getränken und Wasser aus, da Hunde meist nicht in den Speisewagen mitgenommen werden dürfen. Halten Sie die Hundedecke griffbereit, damit Ihr Liebling ebenso gut liegt wie Sie sitzen. Die Regeln zur Mitnahme von Hunden sind bei der Deutsche Bahn eindeutig und kurz formuliert: http://www.bahn.de/p/view/angebot/zusatzticket/hunde.shtml

Möchten Sie mit dem Flugzeug verreisen, dann erkundigen Sie sich rechtzeitig bei Ihrer Fluggesellschaft über Möglichkeiten, Bedingungen und Kosten einer Tierbeförderung. Das Mitfliegen in der Kabine ist nur für Hunde bis ca. 5 - 8 kg Körpergewicht (inkl. wasserdichtes, luftdurchlässiges Transportbehältnis in Handgepäckgröße) erlaubt. Alle schwereren Hunde werden in Flugboxen im Gepäckraum befördert. Die Flugboxen sind im Handel und bei Fluggesellschaften erhältlich. Gewöhnen Sie Ihren Hund langsam an die Box. Achten Sie darauf, dass er in der Box bequem stehen, sitzen, liegen und sich umdrehen kann. In die Box gehören ein Wasserbehälter sowie eine saugstarke, gut befestigte Unterlage.
Beschriften Sie die Box in mehreren Sprachen: „Achtung! Lebendes Tier!“ oder persönlicher „Mein Name ist Chilli, bitte achten Sie gut auf mich“. Markieren Sie an der Box, wo „oben“ ist. Auf die Transportbox gehören außerdem eine Fotokopie des Impfpasses und eventueller Einreiseuntersuchungen sowie Ihr Name und Ihre Kontaktdaten. Sollte der Hund in Ihrer Abwesenheit aus der Box geholt werden, hilft es, wenn an der Box eine Leine befestigt ist.
Buchen Sie immer einen Direktflug zu den kühleren Morgen- oder Abendstunden. Wie bei allen längeren Reisen sollte die letzte Mahlzeit zwölf Stunden vor Abflug gegeben werden. Für Reisen, die länger als 24 Stunden dauern, sollten Sie etwas Trockenfutter mitnehmen, das gegebenenfalls vom Flugpersonal gefüttert werden kann. Holen Sie Ihren Hund unverzüglich nach der Landung persönlich an der Ausgabestelle ab. Nehmen Sie sicherheitshalber Kopien aller Unterlagen mit, die an der Transportbox befestigt sind. Zusätzlich empfehlen wir, ein Farbfoto von Ihnen und Ihrem Hund mitzuführen. Damit können Sie im Zweifelsfalle beweisen, dass der Hund Ihnen gehört.
Übrigens: Die meisten Fluglinien befördern Blinden-, Begleit- und Assistenzhunde nach Anmeldung kostenlos. Dazu muss selbstverständlich der entsprechende Nachweis über die Ausbildung erbracht werden.