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Schwarze Hunde

Angst vorm schwarzen Hund?

Angst vorm schwarzen Hund?

EIN SPAZIERGANG MIT DEM SCHWARZEN HUND
Selbst unter Hundemenschen kommt es beim täglichen Spaziergang zu nachdenklich stimmenden Begegnungen. So berichten Besitzer von schwarzen Hunden von anderen Hundehaltern, die schon von weitem fordern, den schwarzen Hund an die Leine zu nehmen, weil ihr Hund bereits von einem solchen angegriffen wurde und vor schwarzen Hunden Angst hat. Nicht selten begegnet einem dann in der Tat ein hysterisch bellender Hund, an dem der große Schwarze gelassen vorbeitrabt. Selbst Menschen, mehr oder weniger frei von Angst vor Hunden, kommentieren den 35kg Hund – in schwarz – gerne mit den Worten „der ist aber gewaltig“ und schicken ihr Kind lieber zum 50kg schweren – „Löwen tötenden“ – Ridgeback.

Oder polarisieren schwarze Hunde einfach nur? Gerade Besitzer von schwarzen Hunden berichten über spontane Komplimente fremder Menschen für die Schönheit des schwarzen Hundes, den Glanz des Fells und dem wunderschönen Funkeln der Sonne auf den Muskeln, die beim Laufen unter dem schwarzen Fell spielen. Manch einer Frau kommt die Farbe auch sehr entgegen. So hört man unter Hundehaltern immer wieder Sätze, wie: „Ich gehe oft nach der Arbeit in der Dämmerung mit meinem Hund im Wald spazieren. Da ist es doch sehr gut, dass sich niemand an mich herantraut.“

SCHWARZE HUNDE UND DAS TIERHEIM
Die kleineren Vorfälle beim Spaziergang sind sicherlich wenig, im Vergleich zu der Situation in Tierheimen. Statistisch belegt ist, dass ein Hund mit den folgenden Eigenschaften kaum eine Chance hat, ein neues oder gar erstes Zuhause zu finden: schwarz, groß, alt. In den USA werden überdurchschnittlich viele schwarze Hunde mangels Vermittlungschancen im Tierheim eingeschläfert.

EIN KLEINER TROST FÜR SCHWARZE HUNDE
Nehmt es nicht persönlich! Schwarze Wolken sind bedrohlich. Das schwarze Schaf hat nichts zu lachen. Schwarze Raben dienen der Hexerei. Schwarze Magie bedeutet nichts Gutes. Und wer will schon einer schwarzen Katze begegnen? Dieses Schicksal teilt Ihr also mit vielen anderen „dunklen Mächten“. Dass Ihr deshalb aber nicht aus den Tierheimen rauskommt und gar getötet werdet, das ist nicht fair und deshalb setzen sich auch immer mehr Menschen für Euch ein.

 

WER HAT ANGST VORM SCHWARZEN HUND …? Niemand!?
Oder: Ein Hoch auf den schwarzen Hund!

 

FILM, BUCH, ABERGLAUBE, RELIGION
Schwarzen Hunden wird mit Skepsis begegnet. Aberglaube, Film und Buch legen nahe, dass im schwarzen Hund das Böse steckt. Wie hätte wohl „Grim“, der Hund bei Harry Potter, im Goldie-Fell gewirkt? Im britischen Volksglauben ist der schwarze Hund ein geisterhaftes Wesen. Sogar laut einer Religion steckt im schwarzen Hund der Teufel; er darf deshalb getötet werden. Im Spiegel war 2012 zu lesen, dass in manchen Regionen Thailands Hundefleisch immer noch als Delikatesse gilt. Dabei soll insbesondere das Fleisch des schwarzen Hundes eine sexuell stimulierende Wirkung haben. Alles Unsinn? Ganz bestimmt! Aber die Konsequenzen für schwarzen Hund sind leider oft tragisch.

The BLACK DOG BIAS
In der englischen Sprache hat das Phänomen auch einen eigenen Namen „Black Dog Bias“ oder auch „Black Dog Syndrom“. Selbst in wissenschaftlichen Experimenten konnte bereits nachgewiesen werden, dass Testpersonen einem schwarzen Hund überwiegend die Schuld an einem Biss geben, während in der gleichen Situation einem weißen Hund bescheinigt wird, provoziert worden zu sein. Neben negativen Assoziationen, die die Farbe Schwarz erzeugt, wird die Aversion auch mit der weniger sichtbaren Mimik, die schwarzen Hunden ebenfalls nachgesagt wird, erklärt.